logo

Akupunktur in der Zahnheilkunde


blumen_sw
Die Reizung von Akupunkturpunkten, vor allem mit Nadeln, ist wohl die älteste und am weitesten verbreitete Heilmethode der Welt. Am bekanntesten ist die Klassische Chinesische Akupunktur, die so genannte Körperakupunktur. Durch Reizung von genau festgelegten Punkten der Haut können Störungen im gesamten Organismus, also auch im Körperinneren, gelindert, oft sogar beseitigt werden.

Eine rasche Entspannung bis hin zu einer „schwebenden Leichtigkeit“ stellt sich als Sofortwirkung oft unmittelbar ein. Manche Patienten empfinden nach der Behandlung sofort Erleichterung ihrer Beschwerden, bei anderen dauert es bis zu spürbaren Reaktionen etwas länger. Üblicherweise benötigt man mindestens vier bis fünf Sitzungen im Wochenrhythmus, bevor eine beständige Wirkung eintritt, meist sind insgesamt ca. zehn Sitzungen notwendig.

Von qualifizierten Ärzten angewendet, ist die Akupunktur eine praktisch risiko- und nebenwirkungsfreie Behandlungsmethode. Idealerweise ergänzen sich Akupunktur und Schulmedizin in Diagnostik und Therapie. In jedem Fall muss mit einer gründlichen Aufnahme der Krankengeschichte und einer klinischen Diagnostik durch den Arzt die Indikation zur Akupunktur individuell gestellt werden.

Die Akupunktur bietet dem Zahnarzt vielfältige Möglichkeiten bzw. bei den folgenden Beschwerden kann Akupunktur helfen:

  • Schmerztherapie
  • Lösung von Kiefergelenksproblemen/Kiefergelenks-Fehlfunktionen
  • Parafunktionen der Kaumuskulatur (nächtliches Zähneknirschen)
  • Zahnschmerz/Ausstrahlende Schmerzen
  • Parodontitiden (Zahnfleischentzündungen)
  • Chronischer Kopf- und Gesichtsschmerz
  • Trigeminusneuralgie
  • Amalgamsanierung
  • Empfindliche Zähne
  • Geschmacksstörungen
  • Herpes, Aphten
  • Prothesenunverträglichkeit
  • Würgereiz bei Zahnbehandlung


aku_ohr_wirksamkeit
aku_ohr1
Ohrakupunktur

Die Akupunktur - und vor allem die Ohrakupunktur - bedient sich der Steuerzentrale des Menschen, des Gehirns. Alle Reize, die durch die Akupunktur ausgelöst werden, gelangen über das Zwischenhirn zu den angesprochenen Körperteilen. Besonders die Ohrakupunktur ist aufgrund der kurzen Reflexwege zwischen der Ohrmuschel und den Schmerzzentren des Gehirns überaus wirksam bei der Schmerzbehandlung.

Alle Organe des Körpers sind als Reflexzonen am Ohr repräsentiert. Interessanterweise lässt sich bei einem gesunden Menschen am Ohr kein Repräsentationspunkt nachweisen.

Die Erkrankung eines bestimmten Organs oder Körperteils führt auch am Ohr zu einer Veränderung. Wird nun diese Veränderung mit einer Nadel stimuliert, kommt es zu einem Ladungsausgleich, d.h. zu einer Harmonisierung des Punktes.

Schmerzen lassen nach, Funktionsstörungen normalisieren sich, wie z.B. bei muskulären Verspannungen im Nackenbereich. In der Ohrakupunktur kennen wir auch psychovegetative Punkte. Diese ermöglichen auch eine Behandlung von

  • Suchterkrankungen (z.B. Gewichtsreduzierung, Raucherentwöhnung)
  • Schlafstörungen
  • Prüfungsangst
  • Depressive Verstimmungen


Mundakupunktur

Die Mundschleimhaut weist ein System von Punkten auf, von denen aus therapeutische Wirkungen auf verschiedene Organe und Funktionen des Organismus möglich sind.

Bleibt beispielsweise nach einer antibiotischen Behandlung einer Kieferhöhlenentzündung eine Druckempfindlichkeit der Schleimhäute im oberen Seitenzahnbereich, so ist die Rezidivquote besonders hoch. Wird durch die Mundakupunktur die Druckempfindlichkeit dieser Stelle beseitigt, werden auch sie funktionellen Störungen entfernt liegender Organe günstig beeinflusst.
Text und Bilder z. T. von der Deutschen Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin e. V.