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Kinderzahnmedizin - Karies



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Schlechte Zähne sind oft eine Folge schlecht gepflegter Milchzähne. Milchzähne sind besonders kariesgefährdet.

Professionelle Vorsorge durch den Zahnarzt

Seit dem 01.07.1999 bieten gesetzliche Krankenkassen die Möglichkeit an, bei Kindern vom 3. bis 6. Lebensjahr auch im Bereich der Zahnheilkunde Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen. Neben dem Aufklärungsgespräch über zahngesundes Verhalten ist die Ermittlung der individuellen Kariesgefährdung eines Kindes ein wesentlicher Punkt. Unverständlicherweise wurde hierbei versäumt, zeitgemäße und moderne diagnostische Hilfsmittel zur Kariesrisikobestimmung in den Leistungskatalog aufzunehmen. Trotz wissenschaftlicher Akzeptanz! So soll aus der Anzahl der bereits vorhandenen Füllungen bzw. kariösen Läsionen die Kariesgefährdung eines Kindes ermittelt werden. Sinnvoller ist es sicherlich, die Kariesgefährdung eines Kindes zu ermitteln, bevor es einen klinischen Schaden an den Zähnen gegeben hat, z. B. durch die Karies-Risiko-Diagnostik.

Die Karies-Risiko-Diagnostik und die individuell auf ihren Befund abgestimmten vorbeugenden Maßnahmen zur Kariesvermeidung sind nicht in den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen enthalten.

Ihr privates Engagement ist hier notwendig: Bei der Prävention entstehen zunächst Kosten, jedoch können durch die Gesunderhaltung der Zähne Kosten für teure Reparaturen oder Zahnersatz stark reduziert werden.

Ihre Entscheidung, in die Vorsorge zu investieren, ist also eine wichtige Entscheidung für Ihre Zukunft. Wir informieren Sie gerne ausführlich über die Möglichkeiten und Vorteile eines umfassenden Vorsorgeprogramms und die damit verbundenen Kosten.

Viele Menschen glauben, die Milchzähne brauchten nicht besonders gepflegt zu werden, weil man sie ohnehin nicht lange behält. Das ist ein folgenschwerer und oft auch kostspieliger Irrtum. Die ersten Zähnchen haben wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung der Kiefer und die richtige Stellung der bleibenden Zähne.

Dafür, dass Milchzähne so leicht Karies bekommen, gibt es mehrere Gründe:

  • Kinder essen mehr Süßes als die Großen
  • Kinder putzen ihre Zähne noch nicht so gut
  • Milchzähne haben noch einen weicheren Schmelz


Um diese Ursachen der Karies wirksam zu bekämpfen, ist es wichtig, Mund und Zähne regelmäßig und richtig zu pflegen, und zweimal im Jahr zum Zahnarzt zu gehen, damit die Zähne kontrolliert, eventuell behandelt und auch Zahn- und Kieferfehlstellungen möglichst frühzeitig erkannt werden können. Zahnpflege muss mit dem ersten Zahn beginnen!

Schlechte Lutschgewohnheiten haben schlechte Folgen

Viele glauben immer noch, dass die Lutschgewohnheiten ihres Kindes der Entwicklung der Kiefer und Zähne nicht schaden könnten. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Fehlstellungen sind häufig auf das Lutschen zurückzuführen. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind ungewöhnlich viel lutscht. Im Säuglingsalter ist das zwar noch nicht so schlimm, dennoch sollten Sie die Lutschgewohnheiten Ihres Kindes weiter beobachten. Gewöhnen Sie Ihr Baby gleich daran, nicht am Daumen, sondern an einem Beruhigungssauger zu lutschen. Bereits ab dem dritten Lebensjahr führt Lutschen zu Kieferverformungen. Ein Gespräch mit Ihrem Zahnarzt kann Ihnen sicher weiterhelfen.


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Karies im Anfangsstadium







Kleine braune Stellen am Zahn
Was ist Karies?
Karies ist zwar eine weitverbreitete Zahnerkrankung - aber niemand wird mit Karies geboren und Karies ist nicht vererbbar.

Mit dem Wort Karies bezeichnet man in der Zahnmedizin eine Erkrankung, die die Zahnhartsubstanzen des Zahnes, den Schmelz, das Dentin oder den Zement, langsam zerstört. Es ist ein Prozess, bei dem sich Bakterien in den Zahn hineinarbeiten. Zuerst wird der harte Schmelz ruiniert, dann die weichere Dentinschicht. Jetzt kann der Zahn auch manchmal schmerzen. Besonders beim Verzehr süßer oder kalter Nahrungsmittel reagieren die Nervenfasern, die sich im Zahninneren (in der Pulpa) befinden, mit einem Schmerz. Dieser kann sich über den Zahn hinaus auf die entsprechende Kieferseite ausbreiten. Im fortgeschrittenen Stadium der Karies verfault schließlich der Zahn unter teilweise erheblichen Beschwerden. Wenn ein Zahn von Karies befallen ist, kann er durch kein Medikament geheilt werden. Der Zahnarzt muss in jedem Falle die von der Karies befallenen Teile der Zahnhartsubstanz mit Instrumenten, z. B. einem Bohrer, entfernen. Weil die so entfernte Zahnsubstanz nicht mehr nachwächst, muss der entstandenen Defekt durch ein geeignetes Füllungsmaterial oder eine Krone versorgt werden.


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Streptokokken (Keime, die übertragen werden können, z. B. von der Mutter auf das Kind)
Wie entsteht Karies?

Die äußere Schicht des Zahnes, der Zahnschmelz, besteht aus einer Vielzahl von Mineralien. Sie härten den Schmelz und sorgen dafür, dass wir mit unseren Zähnen selbst harte Nahrungsteile zerkleinern können. Darüber schützt der Schmelz den Zahn gegenüber thermischen und chemischen Einflüssen, wie z. B. heißen Kaffee oder Speiseeis. Einzelne Mineralien der äußeren Schmelzschicht, z. B. das Kalzium, können durch Säuren langsam herausgelöst werden. Man spricht hierbei von einer Entkalkung

Der Karies auf der Spur

An den verschiedenen Stellen des Zahnes lagern sich natürlicherweise Bakterienkolonien an, die durch häufige Zufuhr von Zucker mit der Nahrung aktiv werden können. Diese Kolonien, vornehmlich die sogenannten Streptokokken, vermehren sich insbesondere in den tiefen Grübchen und Fissuren der Kauflächen des Zahnes und in der Nähe des Zahnfleischrandes. Sie setzen sich an der Schmelzoberfläche fest und bilden einen immer dicker werdenden Bakterienrasen: Die Plaque.

Einige Bakterienarten (z. B. die Streptokokken) in diesem Plaquesystem wandeln kohlehydrathaltige Nahrungsreste (Zucker) über einen Stoffwechsel in Säure um. Der Schmelz wird nun von der Säure angegriffen, und es kommt zu einer Defektbildung in der harten Zahnsubstanz. Im weiteren Verlauf setzt sich diese Entkalkung in der Breite und Tiefe der Schmelz- und der darunterliegenden Dentinschicht fort. Alle Kinder kommen ohne Karieskeime auf die Welt, meist sind es die Mütter oder andere Bezugspersonen, die z. B. durch Ablecken des Schnullers ihre eigenen Karies-Bakterien in die Mundhöhle des Kindes übertragen. Bitte beachten Sie:
  • Nicht den Schnuller ablecken
  • Nicht den Löffel ablecken
  • Keine gesüßten Tees in Nuckelfläschchen
  • Fläschchen nicht zum Dauernuckeln überlassen
  • Süßigkeiten mit Zuckeraustauschstoffen vorziehen
  • Fluoridzufuhr in Absprache mit dem Zahnarzt
  • Das Kind schon mit 6 Monaten dem Zahnarzt vorstellen
Ein Grund weshalb sich Eltern untersuchen lassen sollten, um festzustellen, wer Karies-Risikopatient ist, kann der Zahnarzt z. B. durch ein einfaches und schmerzfreies Verfahren anwenden: Den Karies-Risiko-Test.


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Derzeit geringe Kariesgefährdung











Hohes Karies-Risiko: Intensive Vorsorge und regelmäßige Kontrolle, kontinuierliche intensive Behandlung erforderlich
Was ist Plaque?

Wie funktioniert der Plaque-Test

Bei der Untersuchung der Zähne kann der Zahnarzt die Plaque-Ansammlungen erkennen. Hierbei benetzt er die Zahnoberfläche mit einer Flüssigkeit, die Plaque anfärbt. Nach der Mundspülung mit Wasser wird der gefährliche Plaque-Belag an den Zähnen sichtbar gemacht.

Kennen Sie Ihr Karies-Risiko?

Ihr Zahnarzt hat die Möglichkeit neben Ihrem aktuellen Ernährungsverhalten unter anderem durch "Speicheltests" Ihr Karies Risiko festzustellen. Die Gefährdung durch Karies ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Diese Karies-Risiko-Diagnostik gibt Aufschluss sowohl über die Schutzfunktion des Speichels als auch über die Anzahl der kariesverursachenden Bakterien im Speichel.

Gerade durch diese Art der Diagnose können speziell auf Sie abgestimmte therapeutische Maßnahmen erfolgen, die Karies erst gar nicht entstehen zu lassen. Ihr Zahnarzt erstellt einen gezielten Behandlungsplan; dieser umfasst sowohl in der Praxis durchzuführende Vorbeugemaßnahmen als auch weitergehende individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Informationen zur Zahnpflege und Ernährung.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen schon seit langem, dass durch eine mikrobiologische Untersuchung der Speichelflüssigkeit (Karies-Risiko-Test) in 94% der Fälle vorhergesagt werden kann, ob sich in den nächsten Jahren bei einem Kind eine Karies entwickeln wird. In den Fällen, in denen in der Speichelflüssigkeit eines Kindes keine karieserzeugenden Keime nachweisbar sind, ist sogar eine nahezu 100% Gesundheitsvorhersage möglich. Der Nachweis der kariesverursachenden Bakterien wird so zentraler Bestandteil einer Krankheitsvorhersage, bzw., was viel wichtiger ist, einer Gesundheitsvorhersage.


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Bitte beachten: Mindestens zwei bis drei
Stunden vor dem Karies-Risiko-Test
nichts essen
nicht rauchen
nicht die Zähne putzen
keine Mundspüllösungen anwenden
Wie funktioniert der Karies-Risiko-Test?

Der Karies-Risiko-Test ist ganz einfach durchzuführen. Anlässlich des nächsten Besuches bei Ihrem Zahnarzt wird etwas Speichel gesammelt. Sie müssen dazu ein "geschmacksneutrales Kaugummi" kauen und den Speichel über einen gewissen Zeitraum in einem Becher sammeln. Das geht mühelos und tut natürlich auch nicht weh.

Der gesammelte Speichel wird im Labor des Zahnarztes über spezielle Nährböden gegeben. In einem speziellen Brutofen werden nach einer Berührungszeit von 48 Stunden die kariesrelevanten Bakterien angezeigt. Dies gibt Aufschluss über den Karies-Risiko-Grad. Schon nach wenigen Tagen kann das Ergebnis mit Ihnen besprochen werden.

Die Karies-Risiko-Diagnostik und die individuell auf ihren Befund abgestimmten vorbeugenden Maßnahmen zur Kariesvermeidung sind nicht in den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Texte und Bilder aus eigener Praxis und z. T. von Dentwhite, Vivadent, KZV Berlin, KZV Hessen