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Parodontologie


parodont
Parodontitis gehört neben Karies zu den häufigsten Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparats, die unbehandelt zum Zahnverlust und zur Zerstörung des Zahnbettes führen können.
Parodontitis ist eine von Bakterien verursachte Infektionskrankheit des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparats. Sie wird hervorgerufen durch krankmachende pathogene Keime, und verstärkt durch weiche und harte Beläge am Zahn und in den Zahnfleischtaschen. Die Ablagerungen von Mikroorganismen auf der Zahnwurzel sind selbst mit intensivster Mundpflege nicht mehr zu entfernen. An den Belägen und in den Zahnfleischtaschen sitzen Bakterien, deren toxische Ausscheidungsprodukte den Knochen dazu bewegen, sich zurückzuziehen. Als häufige Begleiterscheinungen treten schlechter Mundgeruch und -geschmack auf.
Damit einhergehend tritt die Gingivitis als aggressive und chronische Form der Zahnfleischentzündung auf. Werden Gingivitis und Parodontitis nicht rechtzeitig gestoppt, drohen Zahnausfall und Zerstörung des Kieferknochens.
Darüber hinaus sind Zusammenhänge zwischen Parodontitis und anderen systemischen Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma und Arthritis sowie Herzrhythmusstörungen bekannt. Die Parodontitiskeime sind mitverantwortlich für den Herzinfarkt. Die allgemeine Immunabwehr ist stark herabgesetzt. Mehr Informationen dazu unter Ganzheitliche Zahnheilkunde, Rubrik Homöopathie.
Deshalb gilt der Grundsatz: Vorbeugen statt Reparieren. Und dies kann mit der richtigen Prophylaxe erreicht werden. Je früher desto besser!

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Knochenabbau im Seitenzahngebiet











Der Ausgangsbefund · Die
häufig traurige Realität!
Auf dem Röntgenbild ist sehr deutlich der starke horizontale Knochenabbau im Seitenzahngebiet auch für den Laien zu erkennen. Bedingt durch die hochgradige Entzündung des Zahnhalteapparates und den starken Knochenverlust sind die Seitenzähne in diesem Fall nicht mehr zu erhalten. Veränderungen in der Zusammensetzung der Bakterien verstärken die Entzündung. Durch ein Übergreifen auf den Kieferknochen baut sich nach und nach das Stützgewebe ab. Dadurch fangen die Zähne irgendwann an sich zu lockern und im schlimmsten Fall führt dies zu Zahnverlust. Dies läßt sich rechtzeitig verhindern!


Die Abbildung links zeigt ein völlig insuffizient gepflegtes und vernachlässigtes Gebiß mit stark kariös zerstörten Zähnen, einer generalisierten schweren Entzündung des Zahnfleisches (Gingiva) und des Zahnhalteapparates (Parodontium) mit schon stark freiliegenden Zahnhälsen und massivster Zahnstein-, und Konkrementbildung im Ober-, und Unterkiefer. Es bestehen permanente, starke Schmerzen und Zahnfleischblutungen. Die Behandlung kann hier nur durch ein Gesamtsanierungskonzept erfolgen, welches alle Bereiche der modernen Zahnheilkunde umfaßt. Patienten, die dieses Gesamtsanierungskonzept nicht voll mittragen kann nicht geholfen werden!

Parodontose bezeichnet eine Erkrankung des Zahnbettes - und nicht der Zähne. Diese können sich bester Gesundheit erfreuen. Trotzdem sind ihre Tage gezählt, sofern gegen die Parodontose nichts unternommen wird. Denn mit fortschreitender Erkrankung des Zahnbettes können die Zähne ihren Halt verlieren und schließlich ausfallen.


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Ursache und Wirkung
Die Ursache für die entzündliche Erkrankungsform, die Parodontitis, ist nichtentfernter Zahnbelag. Die darin enthaltenen Bakterien scheiden Giftstoffe aus. Diese haben die unangenehme Eigenschaft, zwischen Zahnfleisch und Zahn vorzudringen und dort eine Entzündung zu verursachen, die bald auf das Zahnfleisch und den Kieferknochen übergreift.
Die Folgen sind sogenannte Zahnfleischtaschen, die sich mit fortschreitender Entzündung durch Schwund des Kieferknochens immer mehr vertiefen und darum immer schlechter zu reinigen sind. In den Taschen sammeln sich Speisereste und damit Bakterien an - Zahnstein bildet sich. Die Entzündungen werden dadurch verstärkt und die Taschen weiter vertieft (siehe Abbildungen unten).
Ein Teufelskreis hat sich geschlossen, der nur durch zahnärztliche Behandlung und intensive Mund- und Zahnpflege zu unterbrechen ist.


Man unterscheidet drei Arten der Parodontitis:
  1. Die erworbene Parodontitis
  2. Die ererbte Parodontitis
  3. Die Mischform

Die Grenzen zwischen den ersten beiden Arten sind fließend, sodaß die Mischform am häufigsten anzutreffen ist. zu 1) Die häufigsten Ursachen für eine erworbene Parodontitis sind:
  • schlechte Mundhygiene
  • falsche Ernährung
  • Rauchen
  • zu seltene Zahnarztbesuche
  • schlechter Zahnarzt


Diese Art der erworbenen Parodontitis ist sehr einfach zu bekämpfen. Man braucht nur die fünf Ursachen zu beseitigen und schon ist man sie los, nämlich: Verbesserung der Mundhygiene, Umstellung der Ernährung, Einstellen des Rauchens, häufigere Zahnarztbesuche, eventueller Behandlerwechsel.
zu 2) Die Ursache für eine ererbte Parodontitis ist eine angeborene Abwehrschwäche gegen die Ausscheidungsprodukte der Parodontitiserreger. Eine sogenannte Immunschwäche!
Gegen diese Art der angeborenen Parodontitis waren die Zahnärzte bisher machtlos, da sie diese durch gezielte Behandlungsmethoden nur in begrenztem Umfang stoppen konnten. Das Interleukin spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Durch einen seit kurzem auf dem Markt befindlichen Gentest ist heute schon diese schwerste Form der Parodontitis exakt nachweisbar, sodaß gezielte Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden können, um die Krankheit aufzuhalten. Bis dahin aufgetretene Knochenschäden können in geringem Umfang repariert werden. Eine Impfung gegen diese Art der Parodontitis wird aber erst in etwa 10-15 Jahren auf dem Markt sein. Bis dahin wird von dem Patienten viel Eigenverantwortung abverlangt.
zu 3) Als Faustregel läßt sich für die Mischform der Parodontitis folgendes Erscheinungsbild aufstellen:
50% ererbte Ursache
30% bewirkt Rauchen
20% bewirkt die Mundhygiene

Welche Form der Parodontitis vorliegt, läßt sich durch eine gezielte bakteriologische Untersuchung feststellen (Molekularbiologischer Test). Danach sind entsprechende Behandlungsmaßnahmen durch einen versierten Zahnarzt oder Parodontologen einzuleiten. Denn nur durch verstärkte Mundhygienemaßnahmen alleine kann diese Art der aggressiven Parodontitis nicht aufgehalten werden und wenn man noch soviel putzt und Mundspüllösungen verwendet!


Was kann gegen Parodontitis getan werden?

Parodontitis ist eine entzündliche Auflösung des Zahnbettes, der durch gründliche häusliche Mundhygiene sowie professionelle Reinigungsmaßnahmen in der Zahnarztpraxis vorgebeugt werden kann. Wie häufig diese Maßnahmen in der Praxis durchgeführt werden sollten, hängt einerseits von der häuslichen Mundhygiene, andererseits aber auch von der Speichelzusammensetzung ab. Die Speichelzusammensetzung kann durch einen Speicheltest in der Praxis festgestellt werden. Wir können anhand dieses Verfahrens erkennen, wie hoch Ihr Risiko ist, an Karies und/oder Parodontitis zu erkranken.
Regelmäßige persönliche Zahnpflege ist die Voraussetzung, reicht aber nicht aus, um eine bestehende Parodontitis zu beseitigen.
Aus langjährigen Untersuchungen in der Schweiz, in Schweden und den USA ist bekannt, daß ein individuelles und systematisches Vorsorgeprogramm helfen kann, dem Zahnverlust durch Karies und Parodontitis vorzubeugen. Wir bieten Ihnen deshalb in unserer Praxis die Prophylaxe als professionelle Zahnreinigung an. Hierbei erstellen wir Ihnen ein individuelles Prophylaxeprogramm, das von einer speziell ausgebildeten Fachkraft durchgeführt wird. Dabei werden sämtliche Beläge und Bakterienherde von Zähnen und Zahnfleisch entfernt.
Je nach Schweregrad der Entzündung ist eine Keimbestimmung zu empfehlen. Bei Nachweis pathogener Keime sollten diese medikamentös behandelt werden.
Neben der herkömmlichen Methode, Bakterien mit Antibiotika zu beseitigen, bieten wir Ihnen eine Behandlung mit Nosoden an. Nosoden sind aus körpereigenen Stoffen der Zahnfleischtaschen hergestellte Homöopathika. Dies stellt eine Behandlungsmethode dar, die auch Heilungserfolge in anderen Körperbereichen zur Folge haben kann. Nach unseren Erfahrungen ist der Behandlungserfolg größer als bei einer herkömmlichen Behandlung. Das Zahnfleisch wird blutungsfrei und die Zähne wieder fest.
siehe auch Homöopathie


Tipps zur häuslichen Mundhygiene

Bitte verwenden Sie keine harten Zahnbürsten und keine Bürsten mit Naturborsten. Drücken Sie beim Putzen nicht zu fest auf. So können Sie Verletzungen an Zahnfleisch und Zahnhälsen vermeiden!
Wenn Sie zweimal täglich die Zähne putzen, empfehlen wir Ihnen zwei verschiedene Zahnbürsten zu benutzen. Denn die Trocknungsdauer beträgt ca. zehn Stunden! So können die Bürsten vollständig trocknen. Die Borsten bleiben länger elastisch und kariesfördernde Bakterien sterben ab.
Wir empfehlen Ihnen, die Zähne mindestens zweimal täglich zu putzen - besser noch nach jeder Mahlzeit - und die Bürsten nicht länger als drei Monate zu benutzen. Bei häufigerem Putzen verkürzt sich die Haltbarkeit der Bürsten entsprechend.
Wenn Sie die Zahncreme nach dem Zähneputzen nicht vollständig ausspülen, haben die Wirkstoffe der Creme auch nach dem Putzvorgang noch die Möglichkeit, auf Zähne und Zahnfleisch einzuwirken. Sie können dann auf zusätzliche Spüllösungen verzichten.
Um die Kariesanfälligkeit der Zähne zu reduzieren, empfehlen wir Ihnen, statt des üblichen Speisesalzes fluoridiertes Speisesalz im Haushalt zu verwenden.
Für weitere Fragen lesen Sie auch unsere Ausführungen zum Thema Prophylaxe. Wir stehen Ihnen aber auch selbstverständlich persönlich zur Verfügung.

Unsere Empfehlung für Ihre tägliche Zahnpflege: Zahnbürste Oral B 35 Butler 461 Sensodyne Wechselkopf weich Sensodyne Wechselkopf mittel Aronal Wechselkopf Zahnseide Oral B Ultrafloss Butler dünn gewachst 1515 Butler Zahnseidenhalter Butler Zahnseideneinfädler Zahnzwischenraumbürsten TE Pe xxx fine TE Pe xx fine TE Pe x fine Zahncreme Elmex / Aronal Rot Weiß Meridol Parodontax Elmex Sensitive Oral B Sensible Dentxpress Denta Clin 1x pro Woche Elmex Gelee (apothekenpflichtig)


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Extreme Zahnbeläge mit starker Zahnsteinauflagerung und einer generalisierten Entzündung vor Behandlungsbeginn





Zustand nach Entfernung der weichen Plaqueauflagerungen vor Entfernung der harten Konkremente
Fallbeispiel

Hier sehen Sie ein weiteres extremes Beispiel sehr mangelhafter Mundhygiene mit einer generalisierten Entzündung der Schleimhaut und des Zahnhalteapparates. Die Zahnhälse liegen schon sehr weit frei und die Eigenbeweglichkeit der Zähne hat stark zugenommen. Erschwerend kommt hinzu, daß die Parodontitis zunächst nicht schmerzhaft ist und somit das Zahnfleischbluten von vielen Menschen auf die leichte Schulter genommen wird. Wenn es anfängt weh zu tun, die Zähne schon wackeln und sich Eiter aus den Zahnfleischtaschen entleert, ist es meistens um die Zähne geschehen! Deshalb muß eine Behandlung in jedem Fall durchgeführt werden, da sonst die Toxine über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt werden und so auch zu Arteriosklerose, Herzerkrankungen, Gelenk- und Nierenentzündungen beitragen können, wie neueste Forschungsergebnisse zeigen. Dies geschieht nach einer molekularbiologischen Untersuchung, durch gezielte Antibiotikatherapie. Erst danach erfolgt eine konventionelle Parodontalbehandlung.

Merke: Je früher die richtige Parodontitisart erkannt wird, desto größer die Chance auf eine Heilung!

Die geplante systematische Parodontalbehandlung

Sollten wir bei Ihnen eine Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankung festgestellt haben, so sind die nachfolgenden Informationen sicher hilfreich für Sie. Wir wollen Ihnen damit das Krankheitsbild und die Grundzüge der Behandlung näher erläutern.
Wie bei den Zähnen die Karies niemals von selbst ausheilen kann, gibt es auch bei fortschreitender Zahnbetterkrankung leider keine Selbstheilung.
Bevor mit der eigentlichen systematischen Parodontalbehandlung begonnen werden kann, ist zunächst eine Vorbereitungsphase erforderlich. Und an die Behandlung selbst muß sich eine dauerhafte Nachsorge anschließen, um den erzielten Erfolg nicht zu gefährden.
Gesundes Zahnfleisch sieht blaßrosa aus und liegt an Zahn und Kieferknochen eng an. Um jeden Zahn ist das Zahnfleisch zu einer kleinen Furche gestülpt. Zahnfleischgesundheit erkennt man unter anderem daran, daß beim Abbeißen fester Nahrung und beim Zähneputzen weder Bluten noch Schmerzen auftreten.
Krankes Zahnfleisch entsteht unter anderem durch das ungünstige bakterienhaltige Feuchtmilieu, dem Zähne und Zahnfleisch ständig ausgesetzt sind. Die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume sowie besonders der Bereich der Zahnfleischfurche rund um die Zähne sind von einer Selbstreinigung ausgenommen und müssen aktiv geputzt werden. Geschieht dies nicht konsequent genug, bildet sich unweigerlich Zahnbelag, der aus einer Ansammlung von Speiseresten und Bakterien entsteht. Diese zunächst sehr dünne und deshalb kaum wahrnehmbare Schicht wird Plaque genannt. In der Plaque vermehren sich die Bakterien rasant und scheiden für Zahn und Zahnfleisch schädliche Stoffe ab, die sowohl Karies als auch Zahnfleischerkrankungen verursachen.
Erste Anzeichen für erkranktes, entzündetes Zahnfleisch sind:
  • Dunkelrote Färbung
  • Blutung bei Berührung
  • Schwellung
  • Glattgespannte Oberfläche

Werden die Zähne in diesem Stadium von allen Zahnbelägen gereinigt und wird das Zahnfleisch gründlich massiert, können die Symptome innerhalb weniger Tage verschwinden. Es entsteht dann kein bleibender Schaden am Zahnhalteapparat.
Unterbleibt jedoch die konsequente Mundhygiene oder kann sie wegen besonders enger oder sogar verschachtelter Zahnstellung nicht in ausreichendem Maße erfolgen, so schreitet die Entzündung des Zahnfleisches fort und die Bakterien dringen tiefer in die Zahnfleischfurche ein. Als Reaktion darauf löst sich das am Zahn angewachsene Zahnfleisch und die Furche vertieft sich zu einer Zahnfleischtasche. Damit sind Veränderungen eingetreten, die nicht mehr rückgängig zu machen sind und ohne Behandlung fortschreiten, bis der Zahn durch Lockerung verlorengeht.
Das Ziel der Behandlung
ist es, das Zahnfleisch trotz der eingetretenen Schäden wieder entzündungsfrei zu bekommen. Zahnbetterkrankungen werden in drei zeitlich voneinander abgrenzbaren Abschnitten behandelt. Dies sind:
  • Vorbehandlung
  • Behandlung
  • Nachsorge.

Die systematische Behandlung der Parodontopathien
Vorbehandlung
Wesentlich ist immer die gute Zusammenarbeit von Patient und Behandler. Die empfohlenen Methoden und Hilfsmittel zur täglichen Mundhygiene müssen regelmäßig eingesetzt werden. Unser Praxisteam wird Sie über geeignete Putz- und Pflegemethoden eingehend informieren. Zu gegebener Zeit werden die Erfolge Ihre mundhygienischen Bemühungen kontrolliert. Für Sie gilt: Nach jedem Naschen oder Essen Zähneputzen nicht vergessen! Während der Vorbehandlungszeit werden wir die störenden, das Krankheitsbild auslösenden oder begünstigenden Faktoren beseitigen. Am Ende der Vorbehandlung ist zu entscheiden, ob eine weiterführende Parodontalbehandlung erforderlich ist.
Behandlung
Die dann folgende systematische Parodontalbehandlung besteht darin, daß durch spezielle Instrumente die in der Tiefe angesammelten Bakterienkolonien (Konkremente) von den Wurzeloberflächen und eventuell erkrankte Teile des Zahnfleisches entfernt werden. Es kann als Folge der Behandlung zu kleinen kosmetischen Beeinträchtigungen kommen, da sich das Zahnfleisch mehr oder weniger zurückzieht. Gelegentlich treten auch vorübergehende Kalt-Warm-Empfindlichkeiten auf. Den Umfang dieser Begleiterscheinungen werden wir aber so gering wie möglich halten.


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Konkremente! Das linke Röntgenbild zeigt die auf der Wurzeloberfläche aufsitzenden Konkremente.




Die extrahierten Zähne auf dem linken Bild zeigen diese massiven harten Beläge noch deutlicher. Besser läßt sich eine mangelhafte Mundhygiene nicht darstellen!
Nachsorge
Den mit eigenen Mühen und allen zahnärztlichen Maßnahmen erreichten verbesserten Zustand des Zahnfleisches gilt es zu erhalten. Da auch weiterhin die ständige Gefahr besteht, daß die im Mund vorhandenen Bakterien das Zahnfleisch erneut krank machen, ist die Nachsorge niemals abgeschlossen. Deshalb ist die konsequente Durchsicht - zunächst im Vierteljahresintervall - unbedingt erforderlich. Sie ist der beste Schutz vor einer Neuerkrankung!


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Anwendung der Ultraschalltechnik




Reinigung der Wurzeloberflächen mit grazilen Handinstrumenten
Welche Therapien gibt es noch?
Es ist nur eine leichte örtliche Betäubung notwendig um eine völlig schmerzfreie Behandlung zu ermöglichen. Dabei werden spezielle, sehr grazile Instrumente in die Zahnfleischtasche eingeführt und die Zahnwurzeln von allen Auflagerungen gründlich gereinigt. Ferner kommt ein spezielles Reinigungsverfahren mittels Ultraschall zum Einsatz. Bei der Reinigung der Zahnwurzeln mittels Ultraschall werden die Zahnfleisch- und Knochentaschen äußerst effektiv gereinigt und gleichzeitig mit hochwirksamen keimreduzierenden Substanzen gespült und von den oben genannten Belägen, Bakterien und dem entzündlichen Gewebe befreit.
Durch die Anwendung dieser für den Patienten minimalinvasiven Methode ist es weder notwendig Zahnfleisch wegzuschneiden noch den Knochen wegzufräsen, wie dies leider immer noch vielfach geschieht. Daher haben auch viele Patienten immer noch Angst vor einer solchen "Zahnfleischbehandlung". Wie Sie sehen ist diese Sorge unbegründet! Neueste Untersuchungsergebnisse zeigen, daß die Effektivität dieser modernen Methode der Althergebrachten in nichts nachsteht, für den Patienten aber viel schonender ist. Ein Wundverband des Zahnfleisches wie er nach früheren Techniken meist unumgänglich war, ist heute nicht mehr nötig. Nachdem die örtliche Betäubung nachgelassen hat, verspüren die Patienten in der Regel nur ein prickelndes Gefühl für kurze Zeit. Dann sind keine weiteren Mißempfindungen zu erwarten.


parodont_antibiotikafaden
Die Abbildung zeigt einen solchen
Antibiotikafaden der in der
Zahnfleischtasche versenkt wird.
Wenn nach dieser effektiven Reinigungsmethode wieder Infektionen in den behandelten Zahnfleischtaschen auftreten sollten, dann lassen sich mit Antibiotika die körpereigene Abwehr unterstützen. Diese können als Tabletten, oder noch gezielter, direkt in der Zahnfleischtasche als Tetracyclin-Faden oder Gel eingesetzt werden. Blutendes oder zurückgehendes Zahnfleisch oder wackelnde Zähne deuten auf eine Zahnfleischentzündung hin. Ursache sind Zahnbeläge, die Bakterien enthalten (Plaque). Entweder handelt es sich nur um eine eher harmlose oberflächliche Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis), die in der Regel nach einer Optimierung der Mundhygiene vollständig reversibel ist, oder die wesentlich gefährlichere Parodontitis marginalis. Tückisch ist der fortschreitende Knochenabbau der unbehandelt zum Zahnausfall führt.


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Die Grafik zeigt den entzündungsbedingten Rückgang des Knochens und des Zahnfleisches.






Die Abbildung zeigt die Taschentiefemessung mit einer speziellen Parodontalsonde.
Mit heute gängigen parodontalchirurgischen Verfahren, der sogenannten "gesteuerten Geweberegeneration (=GTR)" läßt sich auch bereits verlorengegangener Knochen bis zu einem bestimmten Grad wieder neu aufbauen. Näheres zu diesem Verfahren finden Sie auf unserer Chirurgie-Seite. Eine Messung der Zahnfleischtaschen bringt hier Aufschluß.



Dabei handelt sich um Zahnfleischtaschen, die unbehandelt im Laufe der Jahre tiefer werden und eine Lockerung der Zähne bis zu deren Verlust bewirken. Durch den Entzündungsprozeß schwillt das Zahnfleisch zunächst an und löst sich bei fortdauernder Entzündung vom Zahn ab, es entsteht eine Zahnfleischtasche. In der Zahnfleischtasche können die bakteriellen Beläge von der Zahnbürste nicht mehr erreicht werden. Sie vermehren sich und ändern auch ihre Zusammensetzung, d. h. es treten andere, agressivere Bakterienarten auf. Diese verstärken die Entzündung, die Zahnfleischtasche wird noch tiefer, die Beläge sind noch schwerer zu entfernen. Dieser "Teufelskreis" kann nur durchbrochen werden, indem die Beläge in den tiefen Taschen vom Zahnarzt entfernt und die Zahnoberflächen gründlich gereinigt werden sowie die Neubildung durch intensive und verbesserte Mundhygiene verhindert wird. Ergibt die Sondierung Werte größer als 2 mm liegt eine ernstzunehmende Erkrankung des Zahnbettes vor. Die Behandlungsverfahren werden weitgehend durch das Stadium der Erkrankung bestimmt. Taschen bis zu 4 mm Tiefe lassen sich relativ einfach behandeln. Darüber hinaus werden die Behandlungsverfahren wesentlich aufwendiger und komplizierter, insbesondere wenn der Parodontitisbehandlung eine Versorgung mit Zahnersatz folgen soll. Die Versorgung weit fortgeschrittener Zahnbetterkrankungen erfordert deshalb spezielle Kenntnisse und klinische Erfahrung des behandelnden Zahnarztes.


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Plaqueauflagerungen
auf der Zahnoberfläche
Was kann man selber tun?
Nur durch eine konsequente Analyse und ein individuell auf den Einzelfall abgestimmtes Behandlungs- und Betreuungsprogramm kann eine Parodontitis zum Stillstand gebracht werden und der Abbau des Stützgewebes gestoppt werden.
Bei gesundem Zahnbett gilt: Neben dem kurzen Putzen nach jeder Mahlzeit ist täglich eine gründliche und vollständige Reinigung der Zähne sowie aller Zahnzwischenräume unumgänglich, um die Bildung bakterieller Zahnbeläge zu vermeiden. Denn ein sauberer Zahn wird nicht krank! Bei (vor-)erkranktem Zahnbett ist eine intensivere Pflege geboten.
Zahnbürste und Zahnpasta bilden die Grundlagen zur Reinigung der Kau- und Seitenflächen der Zähne. Zur Pflege der für die Zahnbürste nicht erreichbaren Zahnzwischenräume kommen je nach Zahnstellung und Größe zusätzliche Hilfsmittel zum Einsatz. Die Zahnseide erlaubt eine vorsichtige, aber sorgfältige Entfernung der bakteriellen Beläge. Ihr Umgang will geübt werden und so ist Ihnen Ihr Zahnarzt mit seinem Team gerne behilflich die richtige Handhabung zu erlernen. Viele Patienten genieren sich den Zahnarzt auf eine perfekte Mundhygiene anzusprechen. Manch einer meint schon alles zu wissen und denkt vielleicht : "...was will der mir denn noch über das Putzen erzählen. Ich kann Zähne putzen." Wenn wirklich jeder ganz genau wüßte wie er seine Zähne optimal zu pflegen hat, gäbe es nicht so viele Entzündungen und Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates. Um den positiven Zustand nach dieser Behandlung zu sichern ist eine intensive Mundhygiene notwendig und eine individuelle Prophylaxe durch speziell dafür ausgebildetes Fachpersonal sehr empfehlenswert. Prophylaxe wird Ihnen Spaß machen und wird Sie mit Erfolg belohnen. Ein gesundes Zahnfleisch und schöne Zähne danken es Ihnen ein Leben lang. Bei gesundem Zahnbett gilt: Neben dem kurzen Putzen nach jeder Mahlzeit ist täglich eine gründliche und vollständige Reinigung der Zähne sowie aller Zahnzwischenräume unumgänglich, um die Bildung bakterieller Zahnbeläge zu vermeiden. Denn ein sauberer Zahn wird nicht krank! Bei (vor-)erkranktem Zahnbett ist eine intensivere Pflege geboten. Zahnbürste und Zahnpasta bilden die Grundlagen zur Reinigung der Kau- und Seitenflächen der Zähne. Zur Pflege der für die Zahnbürste nicht erreichbaren Zahnzwischenräume kommen je nach Zahnstellung und Größe zusätzliche Hilfsmittel zum Einsatz. Die Zahnseide erlaubt eine vorsichtige, aber sorgfältige Entfernung der bakteriellen Beläge. Ihr Umgang will geübt werden und so ist Ihnen Ihr Zahnarzt mit seinem Team gerne behilflich die richtige Handhabung zu erlernen. Viele Patienten genieren sich den Zahnarzt auf eine perfekte Mundhygiene anzusprechen. Manch einer meint schon alles zu wissen und denkt vielleicht : "...was will der mir denn noch über das Putzen erzählen. Ich kann Zähne putzen." Wenn wirklich jeder ganz genau wüßte wie er seine Zähne optimal zu pflegen hat, gäbe es nicht so viele Entzündungen und Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates. Um den positiven Zustand nach dieser Behandlung zu sichern ist eine intensive Mundhygiene notwendig und eine individuelle Prophylaxe durch speziell dafür ausgebildetes Fachpersonal sehr empfehlenswert. Prophylaxe wird Ihnen Spaß machen und wird Sie mit Erfolg belohnen. Ein gesundes Zahnfleisch und schöne Zähne danken es Ihnen ein Leben lang.
Texte und Bilder aus eigener Praxis und z. T. von der KZV Hessen